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Firmengeschichte
Die in der Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Dortmund einsetzende rapide Industrialisierung eröffnete vielen, häufig aus ländlichen Regionen stammenden, Kaufleuten und Handwerkern neue Chancen zur Begründung selbstständiger Existenzen. Die im Bereich der Montan- und Brauwirtschaft entstehenden Industrien benötigten auf ihre Belange zugeschnittene produktionsverbindende Zulieferer.

Aus einer im ländlichen Lünen ansässigen alten Gastwirts- und Brauerfamilie stammend, ergriff der junge Kaufmann Wilhelm Köster entschlossen die sich ihm bietende Chance, um zusammen mit dem, ebenfalls die kaufmännische Selbständigkeit suchenden, Richard Bömcke in der zum industriellen Zentrum gewandelten ehemaligen "Ackerstadt" Dortmund während der "Gründerjahre" am 1. August 1873 am Westenhellweg 45 ein "Colonial-, Droguen-, Material- und Farbwaarengeschäft en gros & en detail" zu eröffnen.

Neben einem umfangreichen Spezialsortiment in Brauerei- und Zechenbedarfsartikeln wurden auch Grundchemikalien, Petroleum, technische Öle und Schmierfette aller Art angeboten. Das Geschäft expandierte, der Platz reichte bald nicht mehr aus, und so wurde in der innerstädtischen Karlstraße 3 (heute Kolpingstraße) ein neues mehrstöckiges Büro- und Lagerhaus errichtet, das am 3. Juni 1894 bezogen werden konnte.

Zur Erschließung weiterer Handelsaktivitäten vor allem auf dem chemisch-technischen Sektor mietete die Firma in den 80er Jahren zusätzliche Lagerräume an und nahm ätzende und feuergefährliche Rohstoffe in das Verkaufsprogramm auf. Im neu gegründeten Hafen wurde 1899 ein Außenlager aufgebaut.

1902 schied Richard Bömcke aus gesundheitlichen Gründe aus. Für ihn traten als Verkaufsrepräsentant auf Wunsch des Vaters kurz darauf Wilhelm Köster jun. und 1914 auch dessen Bruder Ewald in die Firma ein. Kommerzienrat Wilhelm Köster sen. blieb bis zu seinem Ableben 1926 noch in der Firma tätig.



Der Erste Weltkrieg mit den Folgeerscheinungen Ruhrbesetzung (1921/1923), Inflation (1923), Weltwirtschaftskrise (1929) und Massenarbeitslosigkeit hemmten die Entwicklung des Unternehmens beträchtlich. Mit dem eigenen Kraftfahrzeugpark erschloß sich die Firma aber dennoch kontinuierlich neue Absatzgebiete. Im Juli 1937 trat Wolfgang Köster, die dritte Generation, in die Geschäftsleitung ein.

Der Zweite Weltkrieg zerschlug die gesamte geschäftliche Aufbauarbeit von sechs Jahrzehnten, die Firmengebäude wurden durch einen Bombenangriff im Mai 1943 total zerstört, und der Geschäftsbetrieb konnte bis zum Kriegsende unter der Leitung von Wilhelm und Ewald Köster und dessen kriegsversehrten Sohn Peter Köster nur noch eingeschränkt fortgesetzt werden. Ewald und Peter Köster wurden in den letzten Kriegstagen, wie auch viele Mitarbeiter, Opfer der Bombenangriffe.

Im August 1945 beauftragte Wilhelm Köster seinen Sohn Wolfgang nach dessen Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft mit der Wiedererrichtung des Unternehmens. Mit dem Einzug in die zunächst in Selbsthilfe erneuerten Räumlichkeiten am alten Firmensitz in der Karlstraße und der Wiederinbetriebnahme des Hafenlagers am Tankweg im Jahre 1947, dem baldigen Anschluß an das Telefonnetz und an die Stromversorgung waren schon vor der Währungsreform (1948) die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Neubeginn "en gros & en detail" mit Schmier- und Kraftstoffen, chemischen Erzeugnissen sowie Farben und Lacken geschaffen.

Im Alter von 88 Jahren starb 1964 Wilhelm Köster, der bis zu seinem Tode zusammen mit seinem Sohn Wolfgang geschäftsführend tätig war.

Nachdem das Hafenlager am Tankweg bereits Ende 1963 zur Kanalstraße 43 verlegt, modernisiert und um eine Tankstelle mit Ladengeschäft erweitert worden war, begannen 1965 die Arbeiten zur endgültigen Zusammenlegung aller geschäftlichen Aktivitäten auf diesem verkehrsgünstig gelegenen Gelände. In acht Monaten wurde der Ausbau des auf 4.200 m² bemessenen Grundstückes mit Büroräumen, Lagerhallen und Tankeinrichtungen für Mineralölprodukte und Chemikalien vollendet.

Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und seiner Tätigkeit von 1971-1975 in einem Unternehmen der Mineralölindustrie in Hamburg folgte im Januar 1975 Dipl.-Kfm. Wolf-Dietrich Köster, die vierte Generation, dem Ruf des Vaters und trat in die Familiengesellschaft ein, die sich nach den beiden Ölkrisen, 1973 und 1979, an dramatisch veränderte Marktgegebenheiten anzupassen hatte.

Wolfgang Köster schied 1988 nach Vollendung seines 75. Lebensjahres aus der Firma aus. Er konnte auf eine 50jährige bewegte und erfolgreiche Unternehmertätigkeit zurückblicken.

Der Strukturwandel im regionalen westfälischen Heimmarkt stellte in den folgenden Jahren erneute Herausforderungen an Mitarbeiter und Geschäftsleitung. Kunden aus den Traditionsindustrien Kohle, Stahl und Bier fusionierten, schränkten sich ein oder verschwanden, neue Geschäftsbereiche mussten erschlossen werden. Folglich verlagerten sich die Schwerpunkte der Aktivitäten, zugleich wurden neue Lieferantenbeziehungen geknüpft.

TEMPORA MUTANTUR (NOS ET MUTAMUR IN ILLIS) Die Zeiten ändern sich (und wir ändern uns mit ihnen) Kaiser Lothar I.

Hohe Dienstleistungsbereitschaft
In der folgenden Zeit wurde der Fuhrpark rasch auf ein anspruchsvolleres Volumen und die Bestimmungen gestiegener gesetzlicher Auflagen umgerüstet - ein zuverlässiger Gefahrguttransport ist am besten durch geschultes eigenes Personal sicherzustellen -, die Anlagen und Abfüllstellen zahlreichen geänderten Anforderungen angepaßt, weitere Tanks für Lösemittel und Anorganika gebaut und damit der Schwerpunkt zum zukunftsträchtigen Chemikalienhandel verlagert sowie ein modernes computergestütztes Warenwirtschaftssystem eingeführt.

Führende nationale und internationale Produzenten der mineralölverarbeitenden wie auch der chemischen Industrie und Hersteller fertiger Erzeugnisse im Bereich der Oberflächenbehandlung, der Wasseraufbereitung - Grundstoffe und Analytik - und des Umweltschutzes zählen heute zu den langjährigen Lieferanten der Firma Köster & Bömcke.

Die sich bereits seit 1980 beschleunigenden Anpassungen Dortmunder Traditionsbranchen an sich wandelnde Rahmenbedingungen und die Globalisierung der Beschaffung in Verbindung mit der Öffnung der Ostmärkte seit der politischen Zeitenwende bedeuteten für das heute vor bald 140 Jahren gegründete Handelshaus erneute Herausforderungen, aber auch Chancen. Der Umbildung mittelständischer Strukturen im deutschen Mineralöl- aber auch im Chemikaliengroßhandel zu größeren Allianzen oder Unternehmungen wollte sich die Firma Köster & Bömcke aber nicht anschließen.

Neue Anforderungsprofile mußten und müssen ständig erfüllt, neue Geschäftsfelder erschlossen werden!

Servicebereitschaft, Kundennähe, Produktvielfalt und Marktdurchdringung bei gleichzeitiger Beschränkung auf ein Verkaufsgebiet von 70 km um Dortmund kennzeichnen heute die Firma Köster & Bömcke als einen Platzhändler mit überregionaler Ausstrahlung, der Produktion und Verbraucher in einer Zeit dichter werdenden Straßenverkehrs "just in time" verbindet und den Kundenwunsch auf knappste Bevorratung durch eine schnelle und zuverlässige Belieferung erfüllt - eine täglich wiederkehrende Herausforderung für Verkauf, Versand und Auslieferungspersonal.

Seinen Kunden - Krankenhäusern, Apotheken, Feuerwehren, öffentlichen und privaten Schwimmbadeinrichtungen, Fuhrparks, Reinigungen und Wäschereien, Lackfabriken, Betrieben der Ernährungswirtschaft, der Chemischen Industrie und des Montanbereichs - präsentiert sich das Handelshaus heute mit einem reichhaltigen Angebot:

- Chemikalien
- Desinfektions- und Reinigungsmittel
- Markenschmierstoffe
- Öl-, Chemikalien- und Vielzweckbinder
- Zertifizierte Grundprodukte für den Pharmabedarf
- Arbeits- und Umweltschutz
- Wasseraufbereitungs- und Schwimmbadpflegemittel


Zusätzlich zur kunden- und bedarfsorientierten Bevorratung einer Vielzahl von Produkten in umweltfreundlichen wiederverwendbaren Verpackungen stellt sich die Firma Köster & Bömcke heute auch dem Verlangen auf Rücknahme von Einweggebinden und deren stofflicher Verwertung. Verbunden damit, erfolgt im Zuge sich wandelner Vorschriften eine fachkundige Beratung hinsichtlich der Anwendung und des Gebrauches chemischer Stoffe. "Responsible Care" bleibt nicht nur ein Schlagwort, sondern steht für konsequent eigenverantwortliches Begleiten eines Produktes beim Verkauf und dessen Einsatz.

Ein kompetentes Team erfahrener und nach der ChemVerbotsVO geschulter Verkäufer, für den Gefahrguttransport zugelassener Fahrer und geprüfter Disponenten (Gefahrgutbeauftragte) sind die Garanten für die Beachtung strenger Versand- und Transportvorschriften (Zusammenladeverbote, Begleitpapiere, Transportsicherung, Ausrüstungen etc.). Die qualifizierte Heranbildung und Förderung des kaufmännischen Nachwuchses - nicht nur für den eigenen Bedarf - ist und war in allen Eigentümergenerationen und den Mitarbeitern stets eine vorrangige Verpflichtung.
Die Bereitschaft, in berufsständischen Ehrenämtern mitzuarbeiten, eigene Erfahrungen einzubringen und Verantwortung zu übernehmen, zeichnete generationenübergreifend die jeweiligen Geschäftsleitungen aus. Mitarbeiter und Gesellschafter der Firma Köster & Bömcke sind auf die Herausforderungen des Marktes vorbereitet und blicken mit Zuversicht in das nächste Jahrzehnt.

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